Train Street Hanoi

Vietnam Reisetagebuch Teil 1: Ankommen in Hanoi – erste Eindrücke zwischen Chaos und Charme

Spontan nach Vietnam: Von Frankfurt nach Hanoi

Manchmal sind es die spontansten Entscheidungen, die einen besonders prägen. An einem Montagabend um 23 Uhr habe ich meinen Flug mit Qatar Airways gebucht – keine 16 Stunden später saß ich bereits im Flieger Richtung Vietnam. Über Doha ging es nach Hanoi, wo ich am Mittwoch, den 10. Dezember, gelandet bin. Müde, aber voller Vorfreude auf ein neues Abenteuer.

Schwieriger Start in Hanoi: Hotelprobleme nach der Ankunft

Ein Hotel in der Altstadt von Hanoi hatte ich vorab über Expedia gebucht – inklusive angeblichem Flughafentransfer. Doch schon bei der Ankunft zeigte sich: Kommunikation gleich null. Keine Antwort auf meine Nachrichten, kein Transfer, stattdessen widersprüchliche Aussagen, eine angebliche Umquartierung wegen Wasserschadens (der laut Expedia gar nicht existierte) und schließlich die Information, dass der Transfer nur bei vorheriger Anmeldung oder bei Buchung von Ausflügen inkludiert sei.

Nach über einer Stunde zäher Diskussion, ausbleibenden Anrufen und viel Unsicherheit habe ich die Reißleine gezogen. Ich habe mich schlicht nicht wohlgefühlt. Expedia versuchte zwar eine Rückerstattung zu erwirken, doch das Hotel weigerte sich. Eine klare Nicht-Empfehlung.

Ein Glücksgriff: Hilfe kommt manchmal genau im richtigen Moment

Zum Glück gibt es sie – diese Begegnungen unterwegs, die einem den Glauben an das Gute zurückgeben. Ein freundlicher Grab-Fahrer nahm sich meiner an und brachte mich zu einem Freund von ihm, der ein kleines Hotel mitten in der Altstadt von Hanoi, das Ami Central Hotel besitzt. Einfach, eher unterer Durchschnitt nach deutschen Maßstäben, aber relativ günstig – und vor allem: unglaublich hilfsbereit. Hier wurde mir sofort geholfen, auch bei der Organisation meiner weiteren Touren im Norden Vietnams.

Hanoi Old Quarter: Laut, lebendig und gnadenlos intensiv

Mein erster Tag in Hanoi war entsprechend anstrengend. Die Altstadt ist extrem laut, wuselig und chaotisch. Mein Zimmer lag direkt zur Straße, der Lärm war konstant – zum Glück hatte ich Ohrstöpsel dabei. Als Fußgängerin fand ich Hanoi besonders herausfordernd: Gehwege existieren eher theoretisch, Roller stehen überall, und das Überqueren der Straße fühlt sich stellenweise wie ein kleines oder an Hauptstraßen größeres Abenteuer an.

Stadterkundung zu Fuß: Tempel, Gärten und Geschichte

Am nächsten Tag habe ich Hanoi zu Fuß erkundet und mir bewusst Zeit genommen, die Stadt auf mich wirken zu lassen:

  • Trấn-Quốc-Pagode – eine der ältesten Pagoden Vietnams, malerisch am Westsee gelegen
  • Quán-Thánh-Tempel – ein taoistischer Tempel, ruhiger und weniger überlaufen
  • Blumenpark – eher unspektakulär, mit einem einzelnen Blumenbrunnen
  • Botanischer Garten von Hanoi – eine kleine grüne Oase mitten in der Stadt
  • Ho-Chi-Minh-Museum und Spaziergang durch die weitläufige Anlage
  • Ein-Säulen-Pagode – eines der bekanntesten Wahrzeichen Hanois
  • Spaziergang am Ho-Chi-Minh-Mausoleum vorbei (nur von außen)

Zwischendurch habe ich mich immer wieder treiben lassen, bin durch kleine Gassen gelaufen und habe einfach beobachtet.

Entspannung pur: Vietnamesische Massage

Am Abend habe ich mir eine klassische vietnamesische Massage gegönnt – kräftig, wohltuend und genau das Richtige nach einem langen Reisetag. Ich war so entspannt, dass ich mehrfach kurz eingenickt bin. Die Atmosphäre war herzlich: Tee zur Begrüßung, viel Lachen mit dem Personal und sogar frisches Obst zum Abschied, weil die Kartenzahlung etwas länger dauerte. Ein kleines, sehr schönes Erlebnis.

Vegan in Hanoi: Überraschend einfach

Essen gehen war für mich überhaupt kein Problem. Dank der HappyCow-App habe ich überall vegane Optionen gefunden – auch spontan und ohne lange Suche. Vietnam ist in dieser Hinsicht wirklich angenehm, gerade in einer Stadt wie Hanoi.

Train Street Hanoi: Schrill, bunt und überraschend entspannt

Am frühen Abend ging es zur berühmten Train Street. Der Zug um 17 Uhr war gerade durch, also habe ich mir einen Platz in einem kleinen Restaurant gesichert – mit veganen Gerichten, einem Drink und meinem Buch. Gegen 19:40 Uhr kam dann der nächste Zug.

Im Dunkeln entfaltet die Train Street einen ganz eigenen Zauber: Neonlichter, enge Häuser, leuchtende Reklamen. Ja, es ist touristisch – aber längst nicht so überlaufen, wie ich es erwartet hatte. Vielleicht liegt es an der Jahreszeit. Für mich war es ein echtes Highlight und ein sehr besonderes Erlebnis.

Persönliches Fazit: Hanoi – interessant, aber anstrengend

Hanoi ist laut, chaotisch und fordernd – besonders, wenn man gerne zu Fuß unterwegs ist. Für mich ist es eine Stadt, die man ein bis zwei Tage gut erkunden kann, länger würde ich persönlich nicht bleiben wollen. Nach meiner Tour zur Halong Bay werde ich noch einmal ein paar Stunden in Hanoi verbringen und mir Thang Long anschauen – das wird dann aber auch reichen.

Trotzdem: Hanoi gehört dazu. Als Einstieg nach Vietnam, als Kontrastprogramm und als Erfahrung. Und genau dafür war es richtig, hier anzukommen.

Im nächsten Beitrag geht es weiter zur Halong Bay – Natur, Wasser und eine ganz andere Seite Vietnams.

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