Da Lat war einer dieser Orte, auf die ich mich besonders gefreut hatte. Kühlere Temperaturen, grüne Hügel, Kaffeeplantagen, französischer Kolonialflair – nach den schwülen Küstenstädten klang das nach genau dem Kontrast, den ich brauchte.
Anreise nach Da Lat mit dem Sleeperbus
Von Nha Trang aus ging es für mich tagsüber mit dem Sleeperbus Von Futa Bus Lines nach Da Lat. Zum Schlafen war die Fahrt zwar nicht gedacht, aber es ist doch angenehmer, halb zu liegen als stundenlang zu sitzen. Dieser Bus war allerdings deutlich weniger komfortabel als der Sleeperbus, mit dem ich zuvor nach Sa Pa unterwegs gewesen war: drei Liegen pro Reihe, sehr schmal, selbst für meine eher zierliche Statur ziemlich beengt.
Die Fahrt dauerte mit etwa fünfeinhalb bis sechs Stunden deutlich länger als angekündigt – sowohl online als auch von der Rezeptionistin in Nha Trang. Entsprechend spät kam ich in Da Lat an.
Unterkunft: Pine Hill Hotel
Ich checkte im Pine Hill Hotel ein, das mir insgesamt gut gefallen hat. Es liegt nicht direkt im Zentrum, aber in der Nähe des bekannten Xuan-Huong-Sees. Das Zimmer war sauber, vollkommen in Ordnung und für vietnamesische Verhältnisse überraschend ruhig. Besonders positiv: die sehr freundliche Rezeptionistin – auch wenn, wie so oft in Vietnam, kaum Englisch gesprochen wurde. Mit Händen, Füßen und Übersetzungs-Apps funktioniert am Ende aber doch immer alles.
Veganes Essen in Da Lat
Nach dem Einchecken zog es mich direkt in ein kleines, rein veganes Restaurant ganz in der Nähe des Hotels, das Tu Sen. Super herzlich, sehr gutes Essen und ein süßer kleiner Hund, der durch den Laden lief. Ich habe mich dort sofort wohlgefühlt – so sehr, dass ich in den nächsten Tagen mehrfach wiederkam, sowohl zum Abendessen als auch zum Frühstück.
Hier konnte ich auch endlich den berühmten vietnamesischen Hot Pot probieren, denn dieser wurde hier – was selten ist – auch für eine einzelne Person angeboten. Definitiv ein Erlebnis für sich!!!

Seilbahn, Kloster und Weitblick
Am nächsten Tag machte ich mich mit einem GrabBike auf den Weg zur Seilbahnstation. Die Da Lat Cable Car verbindet das Stadtgebiet mit dem Truc Lam Zen-Kloster, einem der bedeutendsten buddhistischen Zentren der Stadt. Die Fahrt bietet einen weiten Blick über Pinienwälder, Seen und Hügel – allein dafür lohnt sie sich schon. Bucht am Besten direkt ein Kombi-Ticket für HIn- und Rückfahrt, das ist günstiger. Ihr könnt dies direkt vor Ort oder auch online machen. Achtung: Vor Ort werden keine Kreditkarten akzeptiert! Außerdem schließt die Seilbahn mittags zur Wartung – die Angaben, die ich hierzu im Internet gefunden habe, sind sehr unterschiedlich. Als ich dort war, hat die Bahn
Das Truc Lam Zen Monastery wurde in den 1990er-Jahren gegründet und ist Teil einer modernen Zen-Bewegung in Vietnam. Die Anlage ist weitläufig, ruhig und sehr gepflegt. Ich ließ mir viel Zeit, schlenderte durch die Gärten und kam mit einem jungen Mann ins Gespräch, der offenbar dort oder in der Nähe lebte. Auch wenn das Gespräch wegen der Sprachbarriere holprig war, mag ich genau diese spontanen Begegnungen sehr – mit ein bisschen Geduld und Übersetzungs-App entstehen oft überraschend schöne Gespräche.



Clay Tunnel und die Datanla-Wasserfälle
Im Anschluss fuhr ich weiter zum Clay Tunnel (Da Lat Sculpture Park). Der Park zeigt riesige Skulpturen aus rotem Basalt-Lehm, die Szenen aus der Geschichte Da Lats darstellen. Ich bin mit hohen Erwartungen dorthin und war zugegebenermaßen etwas enttäuscht, da ich mehr künstlerische Skulpturen erwartet hatte. Davon gab es allerdings nicht allzu viele – die beiden gegenüber stehenden Köpfe, die man auf jedem Werbebild für den Sculture Park sieht, sind tatsächlich das absolute Highlight. Das sahen natürlich auch alle anderen Besucher so. Gefühlt kamen viele sogar nur wegen dieser Skulptur, sind im Schnelldurchlauf durch den Clay Tunnel und haben alle anderen Skulpturen größenteils ignoriert.



Von dort aus ging es weiter zum Datanla-Wasserfall, einem der bekanntesten Wasserfälle rund um Da Lat. Er liegt nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und ist gut erreichbar. Der Weg nach unten – und vor allem wieder nach oben – ist durchaus anstrengend, aber machbar. Für mein Fitnesslevel war das völlig okay, bei großer Hitze würde ich es allerdings nicht unbedingt empfehlen.
Das Wetter spielte nur bedingt mit: grau, kühl, immer wieder Nieselregen. Mit Sonne wäre das Erlebnis sicher noch eindrucksvoller gewesen, aber auch so war es schön, ein Stück Natur zu erleben.

Linh Phuoc Pagode und Crazy House
Eigentlich wollte ich am nächsten Tag nur eine Sehenswürdigkeit besuchen, da ich am frühen Nachmittag nach Phu Quoc weiterreisen wollte. Leider hat dies nicht so funktioniert, wie ich es gerne gehabt hätte, aber dazu gleich mehr.
Durch die neu gewonnene Zeit ging es nach einem gemütlichen Frühstück im Tu Sen zuerst zur Linh Phuoc Pagode, die auch „Ve Chai Pagoda“ genannt wird.
Erbaut wurde sie 1949, später mehrfach erweitert. Berühmt ist sie für ihre aufwendigen Mosaike aus zerbrochenem Glas, Keramik und Porzellan. Hier gibt es für jeden etwas zu entdecken, unter Anderem einen 49 Meter langen Drachen aus Bierflaschen, viele kunstvolle Wandreliefs und eine beeindruckende Buddha-Statue aus getrockneten Blumen.
Die Detailverliebtheit ist wirklich enorm. Ein Ort, der fast überladen wirkt – aber gerade dadurch unglaublich faszinierend ist, da man überall neue Details entdeckt.

Danach ging es ins berühmte Crazy House (offiziell: Hang Nga Guesthouse). Dieses architektonische Gesamtkunstwerk wurde von der vietnamesischen Architektin Dang Viet Nga entworfen und erinnert eher an ein surrealistisches Märchen als an ein Gebäude. Organische Formen, schmale Treppen, verwinkelte Gänge – im ersten Moment faszinierend, nach einer Weile jedoch übermüdend, da sich das Prinzip ständig wiederholt und man schnell den Überblick verliert, wo man schon war und wo nicht. Ich mir daher auch nicht das komplette Haus angesehen habe und und habe mir lieber noch ein frühes Abendessen gegönnt, bevor es noch Phu Quoc – bzw. erst nach Ho Chi Minh City ging.

Reisechaos rund um Phu Quoc
Wie erwähnt wollte ich an diesem Tag relativ früh weiter nach Phu Quoc. Doch schnell wurde klar: Das wird kompliziert. Flüge waren für mehrere Tage ausgebucht, Hotels extrem teuer – über 1.300 Euro für vier Nächte.
Ich checkte sämtliche Buchungsportale. Über Agoda fand ich zunächst ein Hotel, das angeblich verfügbar war, aber nach der Buchung und stundenlangem Warten auf die Bestätigung stellte sich heraus: Es existierte schlicht nicht mehr. Geld zurück – immerhin problemlos. Ein zweiter Versuch endete ähnlich.
Schließlich wurde ich über Booking.com fündig und buchte dort ein Hotel auf Phu Quoc. Flüge ab Da Lat blieben jedoch unmöglich. Die einzige realistische Option: ein weiterer Sleeperbus, diesmal abends bzw. über Nacht zurück nach Ho-Chi-Minh-Stadt – und von dort am nächsten Morgen per Flug weiter nach Phu Quoc.
Stressig? Absolut. Aber mir war klar, warum ich das auf mich nahm: Sonne, Wärme und Tauchen.
Fazit: Da Lat als ruhiger Kontrast
Da Lat war für mich ein angenehmer Gegenpol zu den großen, heißen Städten Vietnams. Kühlere Temperaturen, viel Grün, ruhigeres Tempo – auch wenn das Wetter nicht optimal war. Die Stadt eignet sich gut für ein paar entschleunigte Tage, kulturelle Highlights und Naturerlebnisse.
Die chaotische Weiterreise trübte den Aufenthalt zwar, gehört aber letztlich dazu, wenn man sich wie ich maximale Spontaneität bewahren möchte.
Im nächsten Blogbeitrag nehme ich euch mit nach Phu Quoc – Sonne, Meer und endlich wieder tropische Wärme.
Schaut euch auch die Blog-Beiträge zu meinen vorigen Stationen an:
- Vietnam Reisetagebuch Teil 1: Ankommen in Hanoi – erste Eindrücke zwischen Chaos und Charme
- Vietnam Reisetagebuch Teil 2: Drei Tage in der Halong Bay – was bleibt nach der Kreuzfahrt?
- Vietnam Reisetagebuch Teil 3: Sa Pa – Sleeper Bus, Trekking und erste Eindrücke im Norden Vietnams
- Vietnam‑Reisetagebuch Teil 4: Hoi An – Laternenlicht und vietnamesische Spezialitäten
- Vietnam-Reisetagebuch Teil 5: Huế – Ein Tagesausflug in die Kaiserstadt
- Vietnam-Reisetagebuch Teil 6: Ho Chi Minh City – zwischen Reizüberflutung und leisen Momenten
- Vietnam Reisetagebuch Teil 7: Ein Tag im Mekongdelta – Natursehnsucht und touristische Realität
- Vietnam Reisetagebuch Teil 8: Nha Trang – Tempel, Schlammbad und ein Wiedersehen

