Strand Phu Quoc

Vietnam Reisetagebuch Teil 10: Phu Quoc – Zwischen Strandglück, Chaos und einem holprigen Abschied

Anreise nach Phu Quoc – Chaos auf den letzten Metern

Meine Anreise nach Ho Chi Minh City war schon ein kleines Abenteuer für sich – und sollte nur der Auftakt für das werden, was noch kommen würde.

Nach einer Nachtfahrt im Sleeper Bus von Da Lat wurde ich irgendwo am Rand der Stadt aus dem Bus „komplimentiert“ – definitiv nicht dort, wo ich laut Ticket hätte aussteigen sollen. Kommunikation? Fehlanzeige. Englisch sprach im Bus niemand.

Zum Glück konnte mir ein Mitarbeiter vor Ort erklären, dass ich mit einem Minivan in Richtung Flughafen gebracht werde. Ganz so einfach war es dann aber doch nicht: Ich wurde lediglich in der Nähe des Flughafens abgesetzt und durfte mit vollem Gepäck noch knapp zwei Kilometer zu Fuß zurücklegen – inklusive der Herausforderung, überhaupt erst einen Zugang zum Terminal zu finden.

Als ich schließlich ankam, war es weit früher als gedacht und ca. 2 Uhr morgens, also mitten in der Nacht. Der Flughafen öffnete erst gegen 4 Uhr morgens.

Glück im Unglück: Ich hatte meinen Flug mit Vietnam Airlines gebucht – und konnte ihn dank Business-Ticket problemlos auf einen früheren Flug umbuchen.


Willkommen auf Phu Quoc – oder auch nicht

Die Ankunft auf Phu Quoc begann… sagen wir mal unerquicklich.

Ich kam am Hotel an – nur um festzustellen:
Das Hotel existiert nicht mehr.

Zum Glück hatte ich nichts im Voraus bezahlt und konnte die Buchung problemlos stornieren. Direkt vor Ort fand ich immerhin eine Alternative – wenn auch keine gute.

Das „Ersatzzimmer“ war ehrlich gesagt eines der schlechtesten, das ich je hatte:

  • offener Abfluss im Bad
  • komplette Nasszelle ohne Trennung
  • Spinnweben überall
  • billigste Polyester-Bettwäsche

Ich habe mich schnell entschieden: Dieses Zimmer ist nur zum Schlafen da. Punkt.


Ankommen am Strand – endlich durchatmen

Nach diesem Start habe ich genau das gemacht, was ich am dringendsten brauchte: raus.

Ich bin mit einem Grab-Bike in Richtung Strand gefahren, habe mir ein veganes Frühstück organisiert (inklusive überraschend gutem Bagel mit veganem „Lachs“) und mich dann einfach ans Meer gesetzt.

Und da war er dann endlich – dieser Moment, auf den ich hingearbeitet hatte:

  • Sonne auf der Haut
  • Meeresrauschen
  • einfach mal nichts müssen

Ich habe geschrieben, gegessen, gelesen, beobachtet – sogar eine kleine Schlange gesehen (keine Sorge, ungefährlich 😄).

Sonnenuntergang Phu Quoc

Tauchen auf Phu Quoc – zurück unter Wasser

Ein echtes Highlight war für mich das Tauchen mit dem Phu Quoc Diving Club.

Auch wenn die Unterwasserwelt rund um Phu Quoc nicht zu den spektakulärsten gehört, war es für mich persönlich ein wichtiger Moment, denn ich war sofort wieder drin.

Meine Tarierung hat sich deutlich verbessert und ich habe gemerkt, wie viel sicherer ich mich unter Wasser inzwischen fühle. Genau dafür liebe ich solche Reisen – diese kleinen persönlichen Fortschritte.


Zwischen Entspannung und Massentourismus

Die restlichen Tage auf Phu Quoc waren geprägt von:

  • Strandzeit
  • gutem (veganem) Essen
  • Massagen
  • Sonnenuntergängen

Klingt perfekt – und war es in Teilen auch.

Aber: Phu Quoc ist extrem touristisch.

Der Night Market hat mir das besonders deutlich gezeigt:

  • lebende Meerestiere in Becken
  • überall Fisch und Seafood
  • sehr laut, sehr voll

Für mich als Veganerin war das ehrlich gesagt schwer auszuhalten. Ich habe mich durchgekämpft, ein paar Kleinigkeiten für die Familie gekauft – aber wohlgefühlt habe ich mich dort nicht.


Fazit: Phu Quoc – gut für eine Pause, aber mit Abstrichen

Phu Quoc war für mich:
👉 perfekt, um runterzukommen
👉 ideal für Strand, Sonne und Erholung
👉 aber wenig authentisch und sehr touristisch

Wenn du:

  • entspannen willst
  • gutes Essen suchst
  • einfach mal nichts tun möchtest

→ dann ist Phu Quoc genau richtig.

Wenn du:

  • Kultur suchst
  • echtes Vietnam erleben willst

→ dann gibt es deutlich spannendere Orte im Land.


Rückreise – ein „würdiger“ Abschluss

Auch meine Rückreise hatte nochmal alles, gerade im ersten Teil von Phu Quoc nach Ha Noi:

  • knapper Umstieg in Ho Chi Minh City
  • VIP-Eskorte durch den Flughafen
  • verspäteter Flug wegen defekter Klimaanlage

Am Ende ging es über Doha zurück nach Frankfurt am Main.

Und als ich dort ankam, war klar: Ich bin durch und tatsächlich sehr froh, wieder Zuhause zu sein.


Ausblick: Mein großes Vietnam-Fazit

Das war mein letzter Stopp in Vietnam –
aber noch nicht mein letzter Beitrag.

Im nächsten Blogpost teile ich mit dir:

  • meine wichtigsten Learnings
  • Do’s & Don’ts
  • Tipps für deine eigene Vietnamreise

Schau dir auch meine anderen Blogbeiträge zu Vietnam an:

  1. Vietnam Reisetagebuch Teil 1: Ankommen in Hanoi – erste Eindrücke zwischen Chaos und Charme
  2. Vietnam Reisetagebuch Teil 2: Drei Tage in der Halong Bay – was bleibt nach der Kreuzfahrt?
  3. Vietnam Reisetagebuch Teil 3: Sa Pa – Sleeper Bus, Trekking und erste Eindrücke im Norden Vietnams
  4. Vietnam‑Reisetagebuch Teil 4: Hoi An – Laternenlicht und vietnamesische Spezialitäten
  5. Vietnam-Reisetagebuch Teil 5: Huế – Ein Tagesausflug in die Kaiserstadt
  6. Vietnam-Reisetagebuch Teil 6: Ho Chi Minh City – zwischen Reizüberflutung und leisen Momenten
  7. Vietnam Reisetagebuch Teil 7: Ein Tag im Mekongdelta – Natursehnsucht und touristische Realität
  8. Vietnam Reisetagebuch Teil 8: Nha Trang – Tempel, Schlammbad und ein Wiedersehen
  9. Vietnam Reisetagebuch Teil 9: Da Lat – kühle Höhenluft, schräge Architektur und Reisechaos

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