Po Nagar Cham

Vietnam Reisetagebuch Teil 8: Nha Trang – Tempel, Schlammbad und ein Wiedersehen

Ankunft in Nha Trang

Gegen 14 Uhr bin ich am Flughafen von Nha Trang gelandet und anschließend in die Stadt gefahren. Mein Hotel, das Pavillon Garden, lag relativ nah am Strand, vielleicht rund 300 Meter entfernt. Vom Zimmer aus hatte ich sogar einen halben Strandblick: Zwar stand ein Gebäude direkt davor, aber seitlich nach links konnte man tatsächlich das Meer sehen.

Das Zimmer selbst war riesig. Da es das einzige noch verfügbare Zimmer war, habe ich ein Familienzimmer bekommen – völliger Overkill für eine Person, aber mangels Alternativen absolut okay. Insgesamt war das Zimmer in Ordnung, allerdings hätte die Decke sauberer sein können. Dort hingen wieder einige Insektenpuppen. Ich habe inzwischen den Eindruck, dass das in Vietnam recht häufig vorkommt und beim Putzen einfach übersehen wird. Wirklich schade, aber leider kein Einzelfall.

Was mich mehr gestört hat: Es gab auch hier kein heißes Wasser in der Dusche. Ein Thema, das mich auf dieser Reise immer wieder begleitet hat.

Veganes Glück in Hotelnähe

Am späten Nachmittag habe ich mich auf die Suche nach etwas zu essen gemacht – und hatte Glück. Nur etwa 100 bis 150 Meter vom Hotel entfernt befand sich eine Filiale von iVegan, bei der ich schon in Hoi An gegessen hatte. Ein rein veganes Restaurant, was mich nach der Ankunft wirklich gefreut hat.

Das Essen war wieder gut, allerdings liegt das Restaurant in der Lobby eines Hotels. Dort gibt es ein viel zu kleines Becken mit Koi-Karpfen, was mir ehrlich leidtat. Für ein veganes Restaurant passt das für mich eigentlich gar nicht, auch wenn ich mich natürlich über jedes Restaurant freue, das rein pflanzliche Gerichte anbietet.

Tempelbesuche am ersten Abend

Nach dem Essen bin ich direkt zum Sightseeing losgezogen. Zuerst ging es zum Po-Nagar-Cham-Tempel (auch Po Nagar Pagode genannt). Die Anlage stammt aus der Zeit der Cham-Kultur und gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Nha Trang.

Von dort bin ich weiter zur Long-Son-Pagode gefahren. Als ich dort ankam, war es noch hell, allerdings regnete es wie aus Kübeln. Ich habe mich daher zunächst in ein kleines Straßenrestaurant vor dem Tempel gesetzt, mir eine frische Kokosnuss bestellt und den Regen abgewartet.

Als es etwas trockener wurde, bin ich die Stufen hinauf zum großen weißen Buddha gelaufen. Ich blieb dort, bis langsam die Dunkelheit einsetzte. Der Buddha wird abends wunderschön beleuchtet – ein sehr ruhiger und besonderer Moment. Danach ging es zurück ins Hotel.

Abendessen beim Inder

Später am Abend habe ich mir noch etwas beim indischen Restaurant Yashoda geholt – und das war eines der besten indischen Gerichte, die ich je gegessen habe. Es war ein Spinat-Kartoffel-Gericht, Aloo Palak. Extrem lecker, würzig und genau das Richtige nach einem langen Tag.

Ein ungeplanter freier Tag

Am nächsten Tag wollte ich mich eigentlich mit Inge treffen, die ich aus Bali kenne (sie betreibt dort das Pondok Kebun Jati, in dem ich in Lombok untergebracht war). Leider hatten sie bzw. ihr Mann ein Problem mit dem Visum, sodass sie den Flug nicht wie geplant antreten konnten und erst einen Tag später in Nha Trang ankamen.

So hatte ich den Tag komplett für mich – und entschied mich für ein Schlammbad, ein typisches Angebot in Nha Trang.

Schlammbad-Erfahrung in Nha Trang

Das Schlammbad war… nett, aber nicht sonderlich aufregend. Zuerst saß man etwa 20 Minuten im Schlammbad, danach rund 30 Minuten in einem Mineralbad. Anschließend konnte man durch die Anlage laufen, sich in Pools legen oder die künstlich angelegten Wasserfälle anschauen.

Die Wasserfälle waren ganz hübsch, allerdings war das Wasser insgesamt recht kühl. An einem Tag, an dem es ohnehin immer wieder genieselt hat und relativ kühl war, war das nicht besonders angenehm. Es gab zwar sogenannte „Hot Pools“, aber wirklich heiß waren die nicht – eher lauwarm. Nichts, wo man sich lange aufhalten möchte.

Nach etwa zwei, maximal drei Stunden war mir ehrlich gesagt langweilig, also bin ich wieder gegangen, habe mir noch etwas zu essen geholt, unterwegs einen Geocache gemacht und bin dann zurück ins Hotel.

Schlammbad in Nha Trang

Frühstück mit Inge & Abschied

Am nächsten Morgen habe ich mich dann doch noch mit Inge zum Frühstück getroffen. Wir waren in einem kleinen, sehr gemütlichen Café mit veganen Optionen, dem Sweet Secret. Ich war bereits am Tag zuvor hier frühstücken, daher wusste ich, dass der Sweet Secret perfekt zu uns beiden passen würde.

Inge wiederzusehen, war richtig schön – solche Wiedersehen sind für mich immer ein besonderes Highlight auf Reisen. Vor Allem, wenn sie so vollkommen ungeplant sind: Erst als ich bereits auf dem Weg nach Vietnam war und dies auf Instagram gepostet hatte, habe ich erfahren, dass Inge und ihre Familie auch dort Urlaub machen würden! Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Zufall?!? Gerade da machte dieses Treffen für mich umso wertvoller.

Treffen mit Inge in Nha Trang

Weiterreise nach Da Lat

Von Nha Trang ging es anschließend weiter nach Da Lat. Die Hotelrezeption hat mir bei der Organisation geholfen, und ich bin mit dem Sleeper-Bus gefahren.

Dieser Bus der Linie Futa war deutlich weniger komfortabel als andere, die ich zuvor genutzt hatte: drei Liegen nebeneinander, sehr schmal und wenig Platz. Dafür war die Fahrt günstig, und für die relativ kurze Strecke war ich bereit, den fehlenden Komfort in Kauf zu nehmen.

Am Abend kam ich schließlich in Da Lat an – bereit für den nächsten Abschnitt meiner Reise.

Futa Sleeper Bus

Hintergrundinfos & praktische Tipps

Po Nagar Cham Türme (Tháp Bà Po Nagar)

Die Po Nagar Cham Türme zählen zu den ältesten und wichtigsten religiösen Bauwerken in Nha Trang. Sie wurden zwischen dem 7. und 12. Jahrhundert vom Volk der Cham erbaut und waren der Göttin Po Nagar gewidmet, die als Schöpferin der Erde, des Wassers und der Pflanzen verehrt wurde. Teile der Anlage werden bis heute aktiv für religiöse Zeremonien genutzt.

  • Öffnungszeiten: täglich ca. 8:00–17:00 Uhr (Stand Dez. 2026)
  • Eintritt: gering (unter 2 €, Stand Dez. 2026)
  • Kleiderordnung: Schultern & Knie bedeckt (Sarong vor Ort oder selbst mitbringen)
  • Einordnung: historisch & kulturell sehr bedeutend, gut erreichbar vom Stadtzentrum

Besonders schön ist der Blick von der Anlage auf den Cai-Fluss – am frühen Morgen oder späteren Nachmittag ist es meist etwas ruhiger.


Long Son Pagode & Weißer Buddha

Die Long Son Pagode wurde Ende des 19. Jahrhunderts gegründet und ist vor allem für die riesige, weiße Buddha-Statue bekannt, die über der Stadt thront. Der Aufstieg über rund 150 Stufen wird mit einem tollen Blick über Nha Trang belohnt.

  • Öffnungszeiten: täglich rund um die Uhr (Stand Dez. 2026)
  • Eintritt: kostenlos
  • Besonderheit: der Buddha ist abends beleuchtet und wirkt dann besonders eindrucksvoll
  • Einordnung: spiritueller Ort, beliebt bei Einheimischen wie Reisenden

Die Pagode selbst liegt etwas versteckt, wirkt ruhig und bodenständig – ein schöner Kontrast zum trubeligen Stadtleben.


Schlammbäder in Nha Trang – Entspannung mit Tradition

Nha Trang ist bekannt für seine Mineral- und Schlammbäder, die hier schon seit Jahrzehnten zur Gesundheitsvorsorge genutzt werden. Der mineralreiche Schlamm soll:

  • die Durchblutung fördern
  • die Haut reinigen und pflegen
  • bei Gelenk- und Muskelbeschwerden helfen
  • allgemein entspannend wirken

Der typische Ablauf besteht aus einem Schlammbad (ca. 20 Minuten), gefolgt von Mineral- oder Kräuterbädernsowie Pools oder künstlichen Wasserfällen.

  • Dauer: meist 2–3 Stunden insgesamt
  • Temperatur: oft lauwarm, nicht heiß
  • Einordnung: nett zur Entspannung, aber kein absolutes Muss

Gerade an kühleren oder regnerischen Tagen kann das Erlebnis etwas an Reiz verlieren.


Wenn ihr Interesse an meinen vorigen Stationen in Vietnam habt, findet ihr die Blog-Beiträge hier:

  1. Vietnam Reisetagebuch Teil 1: Ankommen in Hanoi – erste Eindrücke zwischen Chaos und Charme
  2. Vietnam Reisetagebuch Teil 2: Drei Tage in der Halong Bay – was bleibt nach der Kreuzfahrt?
  3. Vietnam Reisetagebuch Teil 3: Sa Pa – Sleeper Bus, Trekking und erste Eindrücke im Norden Vietnams
  4. Vietnam‑Reisetagebuch Teil 4: Hoi An – Laternenlicht und vietnamesische Spezialitäten
  5. Vietnam-Reisetagebuch Teil 5: Huế – Ein Tagesausflug in die Kaiserstadt
  6. Vietnam-Reisetagebuch Teil 6: Ho Chi Minh City – zwischen Reizüberflutung und leisen Momenten
  7. Vietnam Reisetagebuch Teil 7: Ein Tag im Mekongdelta – Natursehnsucht und touristische Realität

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